Nachhilfe in Sachen Wirtschaft
Schneller als erwartet hat sich in der zurückliegenden Handelswoche an den Kapitalmärkten der Goldpreis wieder erholt.
Noch in der Vorwoche war er in der Spitze um mehr als 20 Prozent eingebrochen, nachdem in den USA mit Kevin Warsh ein neuer Notenbankpräsident vom Präsidenten nominiert wurde. Das war eine Nominierung, die die Ängste der Marktteilnehmer vor einer zu lockeren Geldpolitik vom Tisch genommen hatte. Jedoch bleibt der Goldpreis vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten gut unterstützt. Im normalen Rahmen blieb dagegen zunächst die Sitzung des Europäischen Zentralbankrates. Die Amtszeit von EZB-Präsidentin Christine Lagarde endet erst im Jahr 2027, daher ist es für eine Nachfolgedebatte noch zu früh. Es sind ruhige Zeiten für die EZB. Die Inflationsrate im Euroraum für den Januar wurde mit 1,7 Prozent niedriger gemeldet als erwartet, die Aussichten für ein weiterhin stabiles Preisniveau sind gut. Mit Änderungen der Leitzinsen ist in den kommenden Monaten nicht zu rechnen, es sei denn, die überraschend starken Wirtschaftsindikatoren für Euroland und insbesondere für Deutschland machen Schule in den kommenden Monaten.
Spektakulär dagegen war die Ankündigung der EZB-Chefin, den europäischen Staats- und Regierungschefs bis zu ihrem informellen Treffen am 12. Februar eine „Checkliste“ mit dringenden Reformprioritäten zu schicken. Die Wirtschaftspolitik in Europa hat in den Augen vieler Marktteilnehmer eine solche Nachhilfe in Sachen Wachstum auch bitter nötig. Beschäftigt sind die Aktienmärkte nämlich mit den Folgen des rasanten technologischen Fortschritts, der aber mal wieder ausschließlich aus den USA gemeldet wird. So kamen in dieser Woche Softwareaktien unter die Räder, da neue KI-Systeme vorgestellt wurden, die viele Software-Dienstleistungen in der Zukunft kostengünstiger darstellen könnten.
Frankfurt, 06. Februar 2026


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