Sorgen um die Auswirkungen von Zöllen

Zölle und immer wieder Zölle. In der hinter uns liegenden Handelswoche dominierte die Ankündigung von Auto-Zöllen aus dem Weißen Haus das Marktgeschehen. Damit konkretisiert sich die Außenhandelspolitik der neuen US-Administration weiter.
Zölle werden mehr und mehr zu einem festen Instrument der US-Regierung, um Einnahmen zu generieren und Industrieproduktion wieder ins eigene Land zu holen. Nebenbei lassen sich Zollmaßnahmen auch als Verhandlungsinstrument zum Erreichen von bilateralen Wünschen gegen einzelne Länder verwenden. Zölle werden daher als ständiges Droh- und Druckmittel eingesetzt. Aus einer Reihe von Gründen werden die Zollthemen auch immer kleinteiliger gegen einzelne Regionen oder nur in speziellen Branchen eingesetzt. Die Wirkungen auf die Kapitalmärkte sind insbesondere bei Aktien zu spüren.
Betroffene Branchen und Unternehmen, allen voran die weltweite Automobilindustrie, mussten in dieser Woche Federn lassen. Dazu kommt die Befürchtung, dass wegen der großen Unsicherheit im Außenhandel auch die gesamte US-Konjunktur einen Dämpfer erleidet. Die makroökonomischen und branchenbezogenen Wirkungen der Zölle werden auch in den kommenden Wochen das Marktgeschehen stark beeinflussen. Dagegen konnte auch die Stimmungsaufhellung in der deutschen Wirtschaft nichts ausrichten. Zwar hellte sich das ifo-Geschäftsklima im März deutlich auf, aber die Wirtschaft verteilt hier hauptsächlich Vorschusslorbeeren für die Ausgabenpolitik einer neuen Bundesregierung. Damit aus dieser Stimmungsaufhellung eine nachhaltige Aufwärtsentwicklung für die deutsche Wirtschaft wird, müssen nun in den Koalitionsverhandlungen zügig durchgreifende Reformen für den Standort Deutschland vereinbart werden. Ansonsten droht ein konjunkturelles Strohfeuer, in dem die vielen Milliarden verbrennen, die nun bereitgestellt werden. Die Teilnehmer an den Aktien- und Anleihemärkten werden daher den Fortgang der Koalitionsverhandlungen aufmerksam verfolgen.
Frankfurt, 28. März 2025
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