3. Juni 2024

Angespannte Zinsmärkte

Es herrschte über die Woche hinweg eine angespannte Atmosphäre an den Finanzmärkten. Insbesondere an den Rentenmärkten schmeckte den Anlegern folgende Mischung nicht: solides Wirtschaftswachstum, zähe Inflationsraten und anhaltend hohe Haushaltsdefizite.

Vor diesem Hintergrund stiegen die Renditen von Bundesanleihen und US-Staatsanleihen im Wochenvergleich. Dies strahlte negativ auf die Aktienmärkte aus, deren Kurse ebenfalls nachgaben.

In der ersten Juniwoche könnte sich die Anspannung wieder etwas legen. Freilich nur, wenn es bei den anstehenden Konjunkturdaten und Notenbanksitzungen keine negativen Überraschungen gibt. Gesetzt erscheint die erste Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag. Die Finanzmarktteilnehmer werden dabei ihr Augenmerk vor allem darauf richten, was die Pressemitteilung und die Pressekonferenz über den anschließenden Kurs der europäischen Geldpolitik signalisieren. Am Tag zuvor könnte die Bank of Canada die Leitzinswende einläuten, und damit ebenfalls dem großen südlichen Nachbarn, den USA, zuvorkommen. Die US-Notenbank Fed hangelt sich von einem noch zu hohen Inflationswert zum nächsten. Auch die Konjunktur lässt immer noch Zweifel an einer bevorstehenden Zinssenkung übrig. Am Freitag wird der US-Arbeitsmarktbericht im Fokus stehen. Der Beschäftigungsaufbau dürfte sich im Mai etwas abgeschwächt haben, aber immer noch solide ausfallen. Für die Finanzmärkte wäre es wichtig, dass die Leitzinssenkungserwartungen an die Fed für das zweite Halbjahr erhalten bleiben. Ansonsten bliebe es aus Marktsicht nicht nur spannend, sondern sogar weiter angespannt.

 

3. Juni 2024

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