Gemischte Gefühle.
Die geopolitische Nachrichtenlage bleibt unübersichtlich.
Im Nahen Osten sieht es gar trist aus, eine politische Lösung zwischen den USA und dem Iran rückt weiter in die Ferne. Die Aktienmärkte bleiben unvermindert widerstandsfähig, nicht zuletzt in Erinnerung der starken Unternehmensgewinne in der abgelaufenen Berichtssaison. Nebenbei waren die gemeldeten Konjunkturindikatoren ordentlich. Es scheint für die Weltwirtschaft unverändert möglich zu sein, ohne normalen Schiffsverkehr in der Straße von Hormus zu expandieren. Es herrscht ein grundsätzlich konstruktives Gefühl an den Börsen. Anders ist das an den Anleihemärkten. Bundesanleihen rentierten spürbar höher, es gab also nennenswerte Kursverluste im Wochenvergleich. In den USA zeigten sich die Rentenmärkte nervös und nur die Rückkaufankündigung des US-Finanzministeriums führte zu einem Rückgang der Renditen von US-Treasuries, der allerdings rasch verpuffte. Die Woche zeigte überdies gestiegene Rohölpreise, einen weiter erholten Goldpreis und auch einen höheren Wert des Bitcoins. Ein klares Marktbild sieht anders aus und wäre wohl auch zu viel verlangt. Die Marktteilnehmer haben offenbar gemischte Gefühle.
Wenn in den kommenden Tagen das ifo Geschäftsklima für Deutschland und das Economic Sentiment für Euroland veröffentlicht werden, dürften höhere Indikatorwerte unterstreichen, dass die Konjunktur den hohen Rohstoffpreisen trotzen kann. Dies ist marktfreundlich. Doch kursieren diffuse Unwägbarkeiten um die nähere Geldpolitik vor allem für die Anleihemärkte. Bezüglich der US-Notenbank Fed ist es weniger die Sorge um deren Unabhängigkeit als vielmehr Anpassungen im Handeln und in der Kommunikation unter dem neuen Fed-Chef Warsh, die für Anspannung sorgen. So richtet sich der Blick der Finanzmarktteilnehmer auf das am Donnerstag beginnende geldpolitische Symposium in Jackson Hole. Die Eröffnungsrede des Fed-Chefs wird am Freitagnachmitttag folgen. Nach seiner jüngsten aus Marktsicht misslungenen Pressekonferenz beim letzten Zinsentscheid, dürfte Warsh umso mehr auf die hohe Bedeutung des Erreichens des Inflationsziels hinweisen. Es dürfte spannend werden und die Gefühlslage an den Märkten beeinflussen.
„Es scheint für die Weltwirtschaft unverändert möglich zu sein, ohne normalen Schiffsverkehr in der Straße von Hormus zu expandieren.“

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